Altern und Gesundheit woanders – Nepal

Noch nie war ich so gefesselt, erstaunt, schockiert und beeindruckt von einer Reise wie dieser. 2019 bereiste ich mit meinem Mann Nepal. Warum? Wir wollten raus und etwas ganz anderes sehen. Im Beitrag schildere ich wie Menschen im alter in Nepal leben.

Als ich die Eindrücke im Nachgang in meinem Kopf sortierte war nichts mehr sortiert. Denn Ordnung, wie wir sie mit Regeln und Gesetzen gewohnt sind gibt es dort auch, nur für uns wenig erkennbar.

Wie Menschen in Nepal alt werden und wie die Unterstützung vor Ort aussieht:

Das Leben in Nepal unterscheidet sich je nach Wohnort. Menschen auf dem Land leben anders wie jene in der Mega City Kathmandu und deren Königsstädte.

Wie sieht das Altern in Nepal aus?

Senioren auf dem Land werden von ihren Familienmitglieder versorgt. Sie wirken im Haushalt und auf dem Feld solange wie es ihnen möglich ist mit. Durch die regelmäßige und achtsame Bewegung bleiben sie lange körperlich fit. Wenn sie eingeschränkt sind werden sie von Familienangehörigen unterstütz. Medizinische Einrichtungen gibt es nur in Kathmandu und größeren Städten. Bis zu diesen liegen meist mehrere Stunden Autofahrt vor den Menschen. Nepalesen vertrauen zudem überwiegend einem Schamane. Er besitzt in ihrem Glauben magische Fähigkeiten. Die besondere Fähigkeit soll sich mit dem Geist verbinden und als Medizinmann oder ähnliches fungieren. Haben Senioren auf dem Land keine Familie, so werden sie von Nachbarn versorgt oder leben in Obdachlosigkeit.

Menschen in der Mega City Kathmandu haben bessere Verkehrs Anbindungen und eine fortgeschrittene Bildung. Sie nutzen eher die medizinischen Möglichkeiten. Diese sind jedoch teuer und Krankenhäuser haben nur geringe Kapazitäten. Eine alte ausgedient Tempelanlage dient als Sammelpunkt für diejenigen deren Familie nicht existent ist. Die Hilfsmittel Versorgung ist auf das minimale beschränkt und wird meist über Spenden aus der westlichen Welt finanziert. Senioren speisen auf dem Boden, Mobiliar ist mangelhaft und defekt.

Bei einem Besuch im Krankenhaus fällt mir auf wie gering die Ausrüstung ist. Wenig Privatsphäre, altes ausgedient Mobiliar und wenig Fachpersonal. Die Menschen sind dankbar und dennoch teilweise skeptisch gegenüber der Schulmedizin. Sie nutzen daher, wie oben bereits geschildert überwiegend einen Schamanen.

Nach dem Leben

Verstorbene werden innerhalb von zwölf Stunden verbrannt. So gibt es die Religion vor. Die Verbrennung findet an einem Fluss statt. In Kathmandu wird diese am Bagmati Fluss durchgeführt. Während der Verbrennung sind Angehörige, Freunde und Bekannte anwesend. Die Asche wird anschließend im Fluss verstreut und so dem ewigen Kreislauf hinzu gefügt.

Alle Angaben entstammen meiner eigenen Wahrnehmung und den Schilderungen unseres Reiseleiters.

-Marina-