Handlungsmotivation

Ein Motiv zu haben für die Situation, das bedeutet Motivation. Also der Grund, der uns in dem Moment antreibt.

Meinem Sohn, jetzt 15 Monate, habe ich ein paar neue Spielzeuge angeboten. Dabei ein Fädelspiel. In den vergangenen Tagen habe ich ihm dieses wiederholt angeboten. Jedes mal lehnte er ab. Heute hat er, als ich völlig abwesend aus dem Fenster geschaut haben das Fädelspiel gegriffen und zwei Kugeln aufgefädelt. Plötzlich hatte er aus eigenem Antrieb ein Motiv was ihn dazu bewegte die Kugeln aufzufädeln. 

Hast du Momente, die dich zum Handeln motivieren? 

Beispielsweise ein herumliegender Fußball. Für mich eine geringe Handlungsaufforderung. Für meinen Mann jedoch die absolute Motivation zu kicken und ihn sofort mit dem Fuß zu Jonglieren. 
Jeder Mensch hat unterschiedliche Motivationen in einer Situation tätig zu werden. Manchmal haben wir eine Motivation etwas zu tun. Ein andermal benötigen wir Anschub von außen, also beispielsweise einer anderen Person in Form von Zuspruch.

Drehverschlüsse einer leeren Flasche/ Milchtüte. Auf einem Stück Pappe oder Holz aufgeklebt fordern sie so manchen zum drehen und probieren auf.

Menschen mit Demenz müssen mit den passenden Tätigkeiten angesprochen werden um ihre Motivation zum eigenständigem Handeln zu Wecken. Welche Handlung oder Tätigkeiten sie durchführen ist gar nicht so entscheidend, denn: Jedes aktive Handeln führt zur Anregung der Nervenzellen und regt den Stoffwechsel an.


In meinem Beitrag : UNTERSTÜTZUNGSBEDARF BEI DEMENZ habe ich dies genauer beschrieben.

Aktivität ist die wichtigste Therapie.

Ich zeige euch nun ein paar Do-it-yourself Projekte, mit denen ihr Menschen mit Demenz im Fortgeschrittenen Stadium aktivieren könnt. Die erstellten Materialien bieten meist eine Handlungsaufforderung. Aber Vorsicht! Nicht bei jedem, denn jeder Mensch ist anders. Menschen im beginnendem Stadium sollten in den Alltag eingebunden werden. Aktivität sollte durch alltäglichen Aufgaben (Kartoffeln schälen, Zeitung lesen, Kuchen esse…) erreicht werden. Stichwort Teilhabe.

  • Wasserpfütze auf dem Tisch und ein bereit gelegter trockener Spüllappen
  • Ein Nagel im Brett oder einem Stück Holz und ein bereit gelegter Hammer
  • Drehverschlüsse einer Leeren Flasche/ Saft / Milchtüte auf eine Pappe oder ein Stück Holz kleben
  • Ein Kehrblech mit Besen auf dem Tisch und viele verteilte Krümel oder Schnipsel
  • Eine Schneebesen in einer Rührschüssel (ggf. mit etwas befüllen)

Wichtig ist: alles kann nichts muss. Es gibt kein richtig oder falsch. Es geht um die Betätigung.

Tätig sein ist Therapie.


Nochmal kurz zur Begriffserklärung „Aktivität“ . Dies meint jegliche Denkprozesse sowie motorisches Handeln, egal in welchem Ausmaß.

-Marina-