Nahrungsaufnahme bei Demenz

Im Verlauf einer Demenz kann sich die Nahrungsaufnahme durch den Verlust von Alltagskompetenzen erschweren und zur Herausforderung werden. Das Führen des Besteckes sowie das Halten eines Trinkglases kann zur Herausforderung werden. Aber nicht nur motorische Fähigkeiten bauen ab. Auch die Wahrnehmung verändert sich.

Für Pflegende Angehörige, Betreuende und Pflegekräfte kann es zur Belastung werden, wenn die an Demenz erkrankte Person weniger isst, weil sich der Verlust der Fähigkeiten (Alltagskompetenzen) deutlich macht. Im folgenden Artikel gebe ich Tipps worauf ihr achten könnt und welche Hilfen die Nahrungsaufnahme erleichtern. Hilfestellungen müssen auf den jeweiligen Ist-zustand angepasst und immer wieder überprüft werden.

Auf folgende Punkte kann am Esstisch geachtet werden:

  • Raumklima (warm und gelüftet)
  • Beleuchtungssituation (blendfrei)
  • Keine Störfaktoren, für Ruhe sorgen
  • Körperposition des demenziell Erkrankten (Ergonomie)
  • Hilfsmittel (sitzt die Prothese?, Brille)
  • Vollständiges Material (alles bereitlegen)
  • Angenehme Atmosphäre schaffen
  • Zeitliche Gestaltung: Es gibt keine festen Regeln! Aufmerksam beobachten!
  • Kontraste schaffen (Weißer Teller auf weißem Tisch kann nicht gut erkannt werden)

Speisen sollten selbstverständlich Ansprechen präsentiert werden. Auch das Setting, wie beispielsweise eine saubere Serviette und dezente Tischdekoration, können ansprechend gestaltet werden.

Tipp: Nutzt einen dunkleren Untergrund (farbiges Platz Set oder Tischdecke) um die visuelle Wahrnehmung zu erleichtern. Ein weißer Teller auf weißem Untergrund kann schlecht erkannt werden.

Jeder Mensch nimmt seine Nahrung anders zu sich. Jene möchten die Kartoffeln als Ganzes in der Soße essen. Andere wiederum möchten die Kartoffeln vor dem Verzehr in der Soße zerdrücken. Quasi eine Art grober Kartoffelstampf. Von meinen Eltern habe ich gelernt, den Pfannkuchen mit Marmelade zu bestreichen und ihn zu rollen. Mein Mann hat gelernt ihn mit Apfelmus zu bestreichen, einmal in der Mitte zu falten und dann zu essen. Essgewohnheiten (Biographie) sollten beachtet werden, um die Akzeptanz und die Freude an der zubereiteten Nahrung zu wecken. Andere, nicht bekannte Abläufe können zur Irritation oder Ablehnung führen.

Eine Problemanalyse kann neue Lösungswege und Ideen aufzeigen:

  • Was ist noch alles Möglich (Ressourcen)?
  • Wann/ Wobei genau gibt es Schwierigkeiten?
  • Gibt es sinnvolle Hilfsmittel?
  • Wo und mit Wem isst der Betroffene/ der Bewohner am besten?
  • Essbiographie? (Vorlieben/ Abneigungen)
  • Welche Hilfestellungen sind effektiv?

Wie kann in den verschiedenen Stadien einer Demenz agiert werden?

In diesem Teil beschreibe ich dir, wie du in den verschiedenen Stadien einer Demenz agieren und unterstützen kannst.

Beginnende Demenz:

  • Kritisieren Sie nicht.
  • Konfrontationen vermeiden.
  • Geduldig sein, langsam und deutlich sprechen.
  • Fragen einfach formulieren
  • Vor und während dem Gespräch Blickkontakt herstellen
  • Äußere Reize minimieren und Wahrnehmung erleichtern

Mittelgradige Demenz:

  • Bevorzugte Speisen anbieten (Biographie)
  • Geeignete Konsistenz wählen
  • Reizüberflutung vermeiden
  • Wahrnehmung erleichtern

Fortgeschrittene Demenz:

  • Bevorzugte Speisen anbieten (Biographie), gerne werden Süßspeisen angenommen
  • Auf eine Aufrechte Körperposition achten
  • Geeignete Konsistenz wählen (Homogene Masse)
  • Wahrnehmung erleichtern (häufigen und schnellen Wechsel zwischen Speisen vermeiden)
  • Ressourcen nutzen
  • Im Sinne der Basalen Stimulation Handeln

Ich hoffe ich konnte Hilfestellung geben.

Bei offenen Fragen schreibt mir doch gerne über meinen Instagram Kanal.

-Marina-