Sehfähigkeit im Alter und bei Demenz

Die Fähigkeit des Sehens verändert sich mit steigendem Alter. Das einfallende Licht auf die Hornhaut im Auge kann durch den Alterungsprozess der Hornhaut nicht mehr gebündelt werden. Man fühlt sich geblendet und das Kontrastsehen lässt nach. Sowohl das Auge, als auch das Hirnareal (Lobus occipitalis) in dem die Verarbeitung der Impulse stattfinden bauen ab. Zudem sterben Nervenzellen durch das Fortschreiten einer Demenz. In allen Hirnarealen. Sehen verändert sich also im Alter und mit einer Demenz.

In meinem Berufsleben erinnere ich mich an meine Besuche in einem Pflegeheim. Auf dem Boden zu sehen: ein gelber Venyl Belag. Darauf waren dunkelgrüne Quadrate aufgebracht. Optisch wohl einmal modern gewesen, war es für die Bewohner nicht sonderlich hilfreich. Meine zu Betreuende Klientin hatte große Schwierigkeiten während dem Spaziergang durch den Flur Entspannung und Ruhe zu finden. Die dunkelgrünen Quadrate wurden von ihr als Loch wahrgenommen. Sie konnte optisch nicht erkennen, dass diese in der gleichen Ebene mit dem gelben Fußboden waren. Vor jedem Quadrat blieb sie verängstigt stehen und suchte einen Ausweg, um sich in ihrer Wahrnehmung sicher fortzubewegen. So führte ihr Weg mit großer Unsicherheit um die dunkel grünen Quadrate herum.

Im August diesen Jahres besuchte ich aus privaten Gründen die Universitätsmedizin Mainz. Dort, groß auf dem Boden angebrachte runde Aufkleber mit einem Meter Durchmesser sollen auf die Corona Pandemie und die damit Verbundenen Umgangsregeln aufmerksam machen. Sie erinnerten mich an die dunkel grünen Quadrate aus dem Pflegeheim, mit der damit herbei geführten optischen Täuschung.

Tipps um die visuelle Wahrnehmung zu erleichtern:

– Überschaubare Gestaltung der Umgebung.
– Optische Unruhe vermeiden (zu viel Dekoration und zu viele offene Schränke)
– Mit Kontrasten Arbeiten (Teller und Tischfarbe sollten sich voneinander unterscheiden)
– Nischen beleuchten, in langen Fluren mit Kontrasten arbeiten
– Menschen mit Demenz im Blickfeld ansprechen
– Brille reinigen und regelmäßig einstellen lassen.
– Keinen schnellen Umschwung von hell auf dunkel oder andersherum, dimmbares Licht verwenden um diesen Prozess zu verlangsamen und an die Wahrnehmung anzupassen

-Marina-

Mehr zu : Nahrungsaufnahme bei Demenz