Sterbebegleitung bei Demenz

Sterbebegleitung ist Lebensbegleitung im permanenten Augenblick!

Menschen mit fortgeschrittener Demenz bleibt die Gegenwart, die Minuten umfasst. Ihnen ist es nicht möglich voraus zu schauen und nächste Schritte zu planen. Daher steht die Bedürfnisbefriedigung im Mittelpunkt. Wie wir eine palliative Begleitung bei Menschen mit Demenz gestalten können und was zu beachten ist erläutere ich im Beitrag.

Palliative Begleitung bei Demenz kann:

  • Lebensqualität verbessern (z.B. Durch den Konsum von Genussmitteln)
  • (nonverbale) Kommunikation ermöglichen
  • Würde erhalten, Rituale beibehalten, Äußeres Erscheinungsbild erhalten
  • Helfen, sich als Person zu erfahren, (z.B. Den Nahmen nennen und erwähnen)
  • Beratung von Angehörigen und Betroffenen bieten
  • Entlastung für Zugehörige sein
  • akut belastende Symptome lindern
  • Aktivität und Teilhabe ermöglichen (nur wenn dies auch gewünscht ist)
  • ruhige Erholung ermöglichen

Ganzheitliche Begleitung

Individuell auf die Bedürfnisse und den Gesundheitszustand zugeschnitten. So kann durch die Mitarbeiter der Palliativpflege, aber auch durch Angehörige und Betreuende des Patienten/der Patientin eine ganzheitliche Begleitung folgendes beinhalten:

  • Optimale pflegerische Versorgung
  • Optimale Schmerzbehandlung, ohne Rücksichtnahme auf Spätfolgen
  • Einsatz von erleichternden Therapien wie Massagen, Entspannungsübungen, Aromatherapie
  • Verzicht auf nicht mehr nötige Medikamente
  • Ablenkung durch Lesen/Vorlesen, Musik, Gespräche die an alte Erinnerungen anknüpfen
  • Schaffen von schönen Momenten
  • Unterstützung bei Angst, Hoffnungslosigkeit und depressiven Phasen des Betroffenen und der Angehörigen
  • Hilfe bei der Akzeptanz des Todes
  • Trauerbewältigung und Trauerbegleitung, Trost und Zuspruch
  • Seelsorge
  • Sterben in Würde
  • Die Wünsche des Patienten, die in einer Vorsorgevollmacht/ Generalvollmacht hinterlegt sind, müssen eingehalten werden.

Lese mehr zu: Demenz – 10 Tipps zur Kommunikation

Im Sterbeprozess eines Menschen mit Demenz ist darauf Rücksicht zu nehmen, dass die angebotene Musik, Medien und Maßnahmen in der Biographie bekannt sind. Neues kann zu Anspannung und Rückzug führen. Das Pflegen der Mundhöhle sollte also bestenfalls mit dem Geschmack des Lieblings Getränkes verknüpft werden. Gespräche immer im Blickfeld führen. Gespräche und Aussagen kurz und knapp halten. Ausschweifenden Unterhaltungen und Erklärungen kann nicht gefolgt werden und führen zu Verwirrung. Um das ich erleben zu verstärken, kann der Name des Betroffenen erwähnt werden.

Während der Durchführung einer Basalen Stimulation, soll verbal beschreiben was gerade gemacht wir. Abgehackte und ruckartige Bewegungen sollen dabei vermieden werden. Lese mehr dazu: Basale Stimulation bei Demenz.

Eine optimale Begleitung ist dann gewährleistet, wenn im Sterbeprozess die oben genannten Inhalte zur ganzheitlichen Begleitung bestmöglich umgesetzt wurden. Im Vordergrund steht eine gute Schmerzbehandlung und psychosoziale Begleitung. Weitere Faktoren sind individuell, werden individuell angepasst und sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Was können Angehörige und Betreuende tun:

  • Zwingen Sie Sterbende nicht zum Essen und Trinken. Bieten Sie Flüssigkeit an, damit der Mund nicht austrocknet.
  • Sorgen Sie für warme Hände und Füße.
  • Haben Sie Verständnis, wenn die Sprache verwaschen ist. Beruhigen Sie und versuchen Sie Angst zu nehmen.
  • Halten Sie die Hand, sprechen Sie ruhig, auch leise Musik kann beruhigen.
  • Geben Sie Pausen und lassen Sie auch zu, dass der Sterbende Momente für sich alleine hat.

Hilfe und Unterstützung, unter anderem auch zur Kostenübernahme, erhalten sie bei örtlichen Sozialstationen, dem Hospizdienst und der Krankenkasse.

-Marina-